Praxis- und Themenabende der Bewusstseinsforschung

Jeweils Mittwoch, 18h – 20h
Ort: Akademie für Bewusstseinsforschung, Neubaugasse 44, 2. Haus, 1070 Wien

Jeder Abend beschäftigt sich mit unterschiedlichen Bewusstseinstechniken und wird von einem hoch kompetenten Lehrer angeleitet, jedes Mal beginnend mit einer nur kleinen theoretischen Einführung und gefolgt von praktischen gemeinsamen Übungen zum Kennenlernen und Erfahren.

LVA-Typ: 
Themenabend
Anmeldung: 
Keine Anmeldung
laufend: 
ja
Termine: 

Programm im SS 2017: Übersicht, Themen und Zukunftsprojekte

Im SS 2017 verschränken sich Theorie und Praxis der Bewusstseinsforschung mit neuen Themenschwerpunkten der Akademie, die wir im Einführungsabend in ihrer Vielschichtigkeit und Komplexität darstellen werden:

Zum Einen gibt es wieder Workshopabende zur Bewusstseinspraxis mit praktischen Übungen; zum Zweiten steigen wir in zwei ganz neue Themenschwerpunkte ein, und zum Dritten verbinden sich in den verschiedenen Abenden die praktischen und die theoretischen Themenfelder auf eine neue, experimentelle Art und Weise.

Mit der „Geschichte der Bewusstseinsforschung“ begeben wir uns zu den Ursprüngen und Vordenkern der Bewusstseinsforschung und zeigen, auf welche „Schultern von Giganten“ wir bereits stehen. Ganz im Sinne von „Persönlichkeit und Bewusstsein“ (zwei Vorlesungen im letzten Jahr) beleuchten wir die Menschen hinter den Theorien und Werken mit überraschenden Einsichten.

Der zweite neue und brandaktuelle Themen- und Forschungsschwerpunkt dreht sich um Politik und Ökonomie im Licht der Bewusstseinsforschung. Geld, Macht, Gewalt, Konflikt und Krieg sind die Einstiegsthemen, die sowohl theoretisch als auch praktisch behandelt werden.

Damit stellen wir uns auch einem zentralen Anspruch der Akademie, neue und zeitgemäße Bildungsformen und Wissensgenerierung darzustellen, zu entwickeln und anzuwenden.

Im letzten Abschnitt des Einführungsabends berichten wir über die seit über einem Jahr laufenden Projekte „Standards und Qualitätskriterien in der Bewusstseinsforschung und Bewusstseinspraxis“ sowie „Persönlichkeit und Bewusstsein“. Diese beiden grundlegenden Forschungsschwerpunkte finden in der Konzeption des für 2018 geplanten, dreijährigen Curriculums ihre erste Verwirklichung und Anwendung - auch darüber werden wir informieren.

Anschließend gibt es wieder Zeit für Fragen und Diskussion.

Date (from-to): 
Mittwoch, 15 März, 2017 -
18:00 to 20:00
Raum: 
Großer Gruppenraum
Vortragende(r): 
Dr. Rudolf Kapellner
Daniel Dick, MA

Politik, Ökonomie und Bewusstsein - Einstiegsabend

Will Bewusstseinsforschung zeitgemäß, gesellschaftsrelevant und zukunftsorientiert sein, muss sie sich unbedingt und mutig auch den „wirklich heißen“ Themen unserer Gesellschaft stellen und sich mit ihnen auseinandersetzen: mit Politik und Ökonomie, sowie den darin wirkenden individuellen wie kollektiven „Bewusstseinen“, deren Herkunft, Erscheinungsformen und Konsequenzen auf unser gesamtes Leben.

Von der Position des Wissenschafters aus und im Licht der Bewusstseinsforschung gesehen, sind unsere Einstiegsthemen „Geld und Geldwertschöpfung“ (H. Farthofer), „Macht und Gewalt“ (R. Kapellner) und „Konflikt und Krieg“ (W. Berger und R. Kapellner). Wir sind uns der kontroversiellen Sprengkraft dieser Themen bewusst und werden uns mutig und schrittweise an neue Positionen aus der Sicht der Bewusstseinsforschung annähern - wieder in theoretischen Vorträgen und praktischen Übungen.

Am Ende des SS 2017 wird sich zeigen, in welcher Weise dieses große Themenfeld weiter bearbeitet werden will, sei es in Arbeits- und Forschungsgruppen, Vorlesungen und Seminaren.

Date (from-to): 
Mittwoch, 22 März, 2017 -
18:00 to 20:00
Raum: 
Großer Gruppenraum
Vortragende(r): 
Dr. Rudolf Kapellner

Geld im Bewusstseins-Kontext 1: Die äußere Welt des Geldes

„Geld ist ein abstraktes Konzept, das wir Menschen nicht verstehen“, zu diesem Schluss kam der Verhaltensökonom Dan Ariely von der Duke-Universität. Provokante Ansage. Wieviel Wahres verbirgt sich hinter diese Aussage? Kann es sein, dass wir etwas täglich verwenden, unser Glück und Leid daran knüpfen und es tatsächlich gar nicht (richtig) verstehen? Ja, das kann durchaus sein. H. Farthofer wird mit uns an diesem Abend der Frage in Bezug auf die materielle Erscheinung des Geldes in unserer Gesellschaft ein großes Stück weit auf den Grund gehen. Wir klären, was ist Geld (eigentlich), was ist der Euro (eigentlich), was ist eine Banknote (eigentlich), was meint Geldschöpfung, warum fehlt’s am Geld – eigentlich nicht notwendiger Weise. Warum ist Kredit = Geld? Zinsen. Was sind Bitcoins und was ist eine Blockchain? Ist die Verwendung von Geld eigentlich eine grandiose Bewusstseinsleistung und nur das? Stehen wir etwa vor der Überwindung des Geldes? Spannende Fragen, Aha-Effekte sind garantiert!

Date (from-to): 
Mittwoch, 29 März, 2017 -
18:00 to 20:00
Raum: 
Großer Gruppenraum
Vortragende(r): 
Mag. Helmut Farthofer

Geld im Bewusstseins-Kontext 2: Die innere Welt des Geldes

Was bedeutet Geld für mich? Geld bedeutet für mich …
Der 2. Abend von „Geld im Bewusstseins-Kontext“ widmet sich der „inneren“ Bewusstseins-Welt des Geldes. Eine einfache praktische Selbsterfahrungsübung zu Beginn des Abends wird uns bereits faszinierende Aufschlüsse über die Repräsentation von Geld in unserem eigenen Bewusstsein geben und unsere Glaubenssätze zum Thema Geld beleuchten. Es erschließen sich uns spannende und oft auch tabuisierte Facetten des Geldbegriffes. „Geld, Profit, Macht, Schuld, Gier, Sucht, Gewalt“ versus „Geld, Motivation, Kraft, Schaffen, Lust, Spenden, Force, Intentionality“. Weitere Themen des Abends, das liebe Geld und die anale Phase in der Freud’schen Schule. „The Construction of Social Reality“ nach dem Philosophen John Searle. Auch werden wir uns ansehen, wie wir vom Homo Oeconomicus zum Homo Oeconomicus Humanum geworden sind. All das soll uns dienen das abstrakte Konzept Geld für uns bewusster zu machen! Aha-Effekte nur für Teilnehmer garantiert!

Date (from-to): 
Mittwoch, 5 April, 2017 -
18:00 to 20:00
Raum: 
Großer Gruppenraum
Vortragende(r): 
Mag. Helmut Farthofer

Geld - Macht - Gewalt - Krieg

Die alte Volksweisheit „Geld ist Macht und Macht ist Recht“ ist natürlich sehr vereinfachend und stimmt auf seine Weise doch sehr - in allen Gesellschaften der Welt, die Geld verwenden.

Für Gregory Bateson (1972, 1979) sind unsere Vorstellungen von Macht, ja die Idee der Macht selbst, ein sehr mächtiger und sich selbst bestätigender Mythos, der korrumpiert und schließlich in einer daraus folgenden „mythischen Abstraktion“ zu unersättlichem Begehren führt. Dieser systemwissenschaftliche Zugang G. Batesons begleitet uns durch den Abend: wir werden sehen, dass die Idee der Macht als „erkenntnistheoretischer Schwachsinn“ (Zit. G. Bateson, 1972) eine der gefährlichsten Ideen ist, welche unsere Zivilisation beherrschen und sich schließlich gegen uns selbst wendet indem es (uns und unsere Umgebung) siegreich zerstört.

Date (from-to): 
Mittwoch, 26 April, 2017 -
18:00 to 20:00
Raum: 
Großer Gruppenraum
Vortragende(r): 
Dr. Rudolf Kapellner

Politik des Werdens - psychologisch-philosophische Anschläge

Die Frage nach "Sein oder nicht sein" ist anders zu lesen, vielleicht könnte sie zu einem "wie sein und wie nicht sein" formuliert werden? Ober aber sie müsste vollständig reformuliert werden: Nämlich in ein Werden oder nicht werden und wie und warum? Radikale Subjekttheorien wie u.a. von Gilles Deleuze verweisen auf etwas, was die Welt so noch nicht gedacht hat. Dazu stoßen Projekttheorien wie die von Vilém Flusser, welche auf eine Möglichkeitslandschaft blicken, wo sich Mensch selbst als Entwurf erkennt. In einem jonglierten Dialog werden nicht alle Bälle in der Luft bleiben, offen wird bleiben warum und als was sie zu Boden fallen. Unser Gespräch wird die Achsen des Werdens anrufen und befragen als eine Irritation in seinem unendlichen Regress gegenüber dem Sein

Date (from-to): 
Mittwoch, 17 Mai, 2017 -
18:00 to 20:00
Raum: 
Großer Gruppenraum
Vortragende(r): 
Mag. Jan Greifenstein
Mag. Esra E. Demir

Clown-Bewusstsein: Einführung in den Body-Mind-State des Clowns

Der Clown, so zerbrechlich und naiv er auch sein mag, bezieht seine Stärke aus dem Schatten unserer Gesellschaftlichen Tabus.

In dieser Einheit möchte ich mit praktischen Einstiegs- Übungen dem „inneren Clown“ Raum verschaffen. Das Fiasko des tagtäglichen Scheitern des Menschen und die Freiheit und Leichtigkeit, mit dem Scheitern umzugehen werden unsere Themen sein. Clown – Bewusstsein ist ein ganz spezieller Body-Mind-State, der durch das Staunen über das Leben das Scheitern mit Leichtigkeit überwindet. Der magische Moment der Selbst-Überraschung wird dabei eine besondere Rolle spielen.

Date (from-to): 
Mittwoch, 24 Mai, 2017 -
18:00 to 20:00
Raum: 
Großer Gruppenraum
Vortragende(r): 
Mag. Barbara Schwiglhofer

Den Kontakt tanzen – Modi dyadischer Interaktion in Kontaktimprovisation

Kontaktimprovisation (KI) ist eine Richtung des postmodernen Tanzes, die einen geschützten Rahmen für geteilte Exploration durch Bewegung anbietet. KI Begegnungen sind durch achtsames Zuhören sowohl der Partneragenz, als auch der Interaktionsdynamik gekenzeichnet. Dadurch wird KI zu einem spannenden Feld für die Erforschung von Bewusstseins- und Interaktionsmodi geteilter verkörperter Erfahrung.

Date (from-to): 
Mittwoch, 31 Mai, 2017 -
18:00 to 20:00
Raum: 
Großer Gruppenraum
Vortragende(r): 
Dayana Hristova, MSc

Aktive Meditation – über Yoga und Tantra zu Stille

Aktive Meditationen sind eigentlich Stille Meditationen, bei denen ein Teil aus aktiver Tätigkeit besteht, der den Boden zu einem veränderten Bewusstseinszustand, zu Meditation, bereitet.

Aktive und Soziale Meditationen beinhalten daher in ersten Phasen Möglichkeiten für psychologischen Workout. Stress, emotional Aufgestautes und körperliche Spannungen werden gelöst und bereiten den Boden für die stillen Phasen, die darauf folgen und zu tiefer, natürlicher Ruhe führen.

Die Meditation der 4 Himmelsrichtungen - die praktische Übung dieses Abends - ist eine moderne Meditation, die dem Sufismus nahesteht. Sie wurde von Jabrane Sebnat entwickelt, der in Marokko in einer stark von Sufismus geprägten Gegend geboren wurde, als Akademiker Sozialpsychologie an der Uni Paris lehrt und in eigener spiritueller Suche neben dem Sufismus auch afrikanische und Nordamerikanische Schamanische Erfahrungen mit einbezieht.

Date (from-to): 
Mittwoch, 7 Juni, 2017 -
18:00 to 20:00
Raum: 
Großer Gruppenraum
Vortragende(r): 
Mag. Wolfgang Berger

Bewusstheit – Krieg und Frieden – mit dem Herzen sprechen

Veränderung zu einer guten Streitkultur beginnt mit Bewusstheit über unsere Konfliktfähigkeit: wie wir streiten, Konflikte eingehen, austragen und uns wieder versöhnen (oder eben nicht versöhnen).

Worin besteht die Bewusstheit? Der Erste Schritt: mich selbst zu mögen und zu lieben. Wie gehe ich mit mir selbst um und wie gehe ich mit anderen um? Eigenliebe ist die Basis für ein neues, konstruktives Konfliktverhalten, für lebendige und liebende Beziehungen. Der zweite Schritt besteht dann darin, neues, ungewohntes Verhalten kennenzulernen, zu kultivieren und in das eigene Verhaltensspektrum zu integrieren.

Mit praktischen Übungen.

Date (from-to): 
Mittwoch, 14 Juni, 2017 -
18:00 to 20:00
Raum: 
Großer Gruppenraum
Vortragende(r): 
Mag. Wolfgang Berger