Perspektiven der interdisziplären Bewusstseinsforschung

Programm Sommersemester 2016

NR.   - LV-TYP(EN) - LV-TITEL
0010   -   Perspektiven der interdisziplären Bewusstseinsforschung
 

LV-Leiter/in: Daniel DICK
Studienprogramm: Perspektiven der interdisziplären Bewusstseinsforschung
Semester: Sommer 2016
Umfang: 14 Stunden

 

TERMINE
Di, 05.04.2016                   18:00-19:45                        ABF, Raum 1
Di, 12.04.2016                   18:00-19:45                        ABF, Raum 1
Di, 19.04.2016                   18:00-19:45                        ABF, Raum 1
Di, 26.04.2016                   18:00-19:45                        ABF, Raum 1
Di, 31.05.2016                   18:00-19:45                        ABF, Raum 1
Di, 07.06.2016                   18:00-19:45                        ABF, Raum 1
Di, 14.06.2016                   18:00-19:45                        ABF, Raum 1

 

Kontakt:
Anmeldung: nicht notwendig
Teilnahmegebühr: € 10,- NormalzahlerInnen; € 5,- StudentInnen mit Studienausweis/ Abend
Weitere Information: www.akademie-bewusstseinsforschung.at/programm

 

AUFBAU
Dieses Semester wird eine Verdichtung und Erweiterung der vorgetragenen Themen des gesamten letzten Jahres sein. Wir laden zu 7 Abenden ein, in dem verschiedene Themen präsentiert werden. Neben dem dialogischen Input werden Filmbeiträge zur Veranschaulichung und als Anhaltspunkte zum regen Diskutieren gezeigt. Ein Abend wird jeweils von der Moderation geleitet, mit Rudolf Kapellner begleitet und mit eurem Erfahrungen, Kritiken, Fragen und Anregungen bereichert.

 

INHALTE & ZIELE DER LV

05.04. Perspektiven der Bewusstseinsforschung
Felix Vimazal, Manfred de Pari, Daniel Dick

12.04. Entstehung des Selbst – wirtschaftliche und philosophische Perspektiven
Mathias Funk, Kristian Strassa

19.04. Rituale und Ideologien - Vom Ich zum Wir
Daniel Dick, Simon Cremer

26.04. Trance, Techno und Musik - Vom veränderten zum liminalen Bewusstsein
Stefan Oertl, Manfred de Pari

31.05. Vom „Ursprung“ zur Gegenwart: schamanische Trance und buddhistische Meditation
Sabrina Chetouani, Dennis Johnson

07.06. Dimensionen und Karten des Bewusstseins
Daniel Dick, Rudolf Kapellner

14.06. An den Grenzen des Bewusstseins - Nahtod und Fernwahrnehmung
Peter Mulacz, Rudolf Kapellner

 

Details zu Themen und Vortragenden befinden sich im Anhang.

 

LERNERGEBNISSE

Eine Bereicherung aus verschiedenen Disziplinen in dem Feld der Bewusstseinsforschung sowie interdisziplinäre Bezüge und Einsichten in vielerlei Hinsicht über sich Selbst und eine bewusste Welt.

 

LEHR-/LERNDESIGN

Die Vermittlung der Lehrinhalte erfolgt im Rahmen eines offenen, fragend-entwickelnden Unterrichts

  • Vortrag und Impulse durch den LV-Leiter, Moderation und Videoausschnitten
  • Inhaltliche Diskussion und Reflexion im Plenum

 

ZIELGRUPPE

Diese LV richtet sich an alle Personen mit unterschiedlichstem Interesse an den Themen der Bewusstseinsforschung.

 

LEISTUNGEN FÜR EINE BEURTEILUNG

Nach Abschluss der Lehrveranstaltung ist eine Abschlussprüfung möglich. Eine mögliche Anrechnung zu einer universitären Struktur oder anderen Institutionen muss individuell angefragt werden.

Voraussetzung hierfür ist 80% Anwesenheit sowie die Aufarbeitung der LV-Inhalte und ausgewählter Literaturstellen. Der Termin für die mündliche Prüfung wird am Ende der LV bekannt gegeben.

 

LITERATUR

Literaturempfehlungen werden während der Vorträge gegeben.

 

ANHANG
Themen der Vortragenden, Termine und Personenbeschreibungen:

05.04. Perspektiven der Bewusstseinsforschung

Fraktale des Bewusstseins
Daniel Dick

In diesem Artikel geht es um das Bewusstsein als ein Prozess des Bewusstwerdens. Das Bewusstsein als solches, ist für jeden erfahrbar, weil er sein eigenes Bewusstsein und all das, was ihm oder ihr bewusst geworden ist, bewusst ist. So wird das Ich und die Umwelt aus den Erfahrung und dem Erlernten immer wieder aufs Neue bewusst. Es wird dargestellt wie sich eine bewusste Information zum Ich und anderen Informationen verhält. Dabei ist für jeden Einzelnen eine andere Information zutreffend. Einige besondere Informationen sind das Bewusstsein eines Bewusstsein und Bewusstsein von Perspektiven einer Bewusstseinsforschung.

Form der Unterscheidung als prismatisches kreativ-Tool zur Entwicklung neuer Fragen
Felix Vymazal

In diesem Beitrag stelle ich die Form der Unterscheidung von George Spencer-Brown in einer komplexitätsreduzierten Form da, mit dem Ziel der LeserIn Möglichkeiten an die Hand zu geben, die Frage nach dem Bewusstsein auf kreative Art wiederholt aufs Neue stellen zu können und dabei insbesondere das Verhältnis von Frage und Antwort für weitere Erkenntnisse nutzbar zu machen. Dazu werde ich die Unterscheidung von Heinz von Förster von entscheidbaren und unentscheidbaren Fragen aufgreifen, um damit das co-kreative Verhältnis von Frage und Antwort zu klären. Dabei werde ich insbesondere auf die Gefahr der Verdinglichung des Bewussteins eingehen, und verdeutlichen wieso für Wittgenstein die Frage nach dem Bewusstsein eine sinnlose Frage ist. Mit diesen begrifflichen Unterscheidungen ausgestattet, kann die LeserIn unterschiedliche Kapitel des Buches als Perspektiven aufeinander anwenden, um so mit den in den jeweiligen Kapiteln getroffenen Unterscheidungen Perspektiven zu bilden, vor deren Hintergrund jeweils andere Kapitel wie Kippbilder betrachtet werden können. Dazu lade ich die LeserIn zu multiperspektivischen Betrachtungen im Rahmen von Leseexperimenten ein, sich selbst neue kreative Einsichten bzgl. des Stellens der Frage oder der Ablehnung der Frage nach dem Bewusstsein und möglichen Antworten darauf zu generieren.

Wie ‚Ich‘ aus Gedanken entstehe – eine systemtheoretische Perspektive auf Bewusstseinsprozesse
Manfred De Pari

Bewusstseinsforschung beschäftigt sich nicht nur mit rationalem ‚Ich‘-Bewusstsein sondern auch mit nicht-rationalen Formen des Bewusstseins. Diese treten beispielsweise bei Meditations-, Ekstase- und Substanzkonsumpraktiken besonders häufig auf und werden oft als ‚veränderte Bewusstseinszustände‘ bezeichnet. Eine disziplinübergreifend brauchbare Bewusstseinstheorie muss auf der Ebene des Bewusstseins beschreiben können, wie unterscheidbare Formen des Bewusstseins entstehen und wie sie zu sich selbst sowie zu anderen Systemen (etwa biologischen oder sozialen) in Beziehung stehen. Um uns diesem Ziel anzunähern wird umrissen wie Bewusstsein systemtheoretisch betrachtet werden kann. Bewusstsein wird dabei als Zusammenhang verstanden, der sich und seine Bestandteile laufend selbst herstellt. Biologische, psychische und soziale Systeme reproduzieren sich auf dieselbe Weise, können dazu jedoch immer nur die ihnen zugrunde liegenden Teile verwenden, die wir im Fall des Bewusstseins als ‚Gedanken‘ bezeichnen. Die Art und Weise wie Gedanken zueinander in Beziehung stehen ist ausschlaggebend für die jeweils aktualisierte Form des Bewusstseins.

 

12.04. Entstehung des Selbst – wirtschaftliche und philosophische Perspektiven

Ökonomie des Selbst. Subjektformierung im Neoliberalismus
Mathias Funk

Der Vortrag spürt dem Zusammenhang zwischen neoliberaler Ideologie und Subjektkonstitution nach. Welche Anforderungen und Selbstbilder werden produziert, um eine Entsprechung auf Ebene der Persönlichkeitssysteme zum wirtschaftlichen System des Spätkapitalismus zu finden, in dem Massenarbeitslosigkeit und Kürzungen der Sozialausgaben an der Tagesordnung stehen? Wie funktioniert ein solches System? Wie gelingt es in ihm, kollektiven Widerstand klein zu halten und welche Auswirkungen hat dies auf die Psyche des Einzelnen. Hier wird eine Verbindungslinie zwischen Ökonomie, Philosophie, Soziologie und Psychoanalyse gezeichnet und an Autoren wie Foucault, Lacan, Žižek, Sennett, Ehrenberg, Hahn, Eagleton, Beck und Colin Crouch orientiert.

Eine Genealogie des Subjekts
Kristian Strassa

“Wir sind im Grunde nichts als ein Ergebnis der Sonne...” (Georges Bataille)

Ein kursorischer Streifzug durch die Geschichte der Philosophie macht entscheidende Wendepunkte in der philosophischen Auffassung von Bewusstsein sichtbar. Von Heraklits Unverborgenheit über die neuzeitliche Subjektivierung des Bewusstseins (Descartes und Kant) wird ein Weg aufgespürt, an dem Bewusstsein als Öffnung der Immanenz selbst eräugt werden kann (Deleuze). In Alternative zur wissenschaftlichen Fragehaltung und den damit verbundenen Schwierigkeiten, Bewusstsein als gegenständliches „Etwas“ vor sich zu bringen, soll dieses in seiner unmittelbaren Phänomenalität herausgestellt werden, was nicht zuletzt über die Thematik der Selbstaffektion und die ekstatische Seinsweise (un)bewusster Körper geschieht – auf halbem Weg zu Batailles „Sonnenökonomie“, einer Anti-Ökonomie im Zeichen der Immanenz: ein Leben…“

 

19.04. Rituale und Ideologien - Vom Ich zum Wir

Ideologien – Voraussetzungen und Konsequenzen
Simon Cremer, Daniel Dick

Ideologien werden erst als solche benannt, wenn eine Weltanschauung oder ein Wertesystem hinterfragt wird. Alle Ideologien haben einige Komponenten gemeinsam: Zum einem geben sie eine Richtung vor und zum anderen werden sie von einer Masse von Menschen getragen. Wie Ideologien in der Geschichte den Lauf der Politik beeinflusst haben, wird an zwei Beispielen deutlich gemacht. Am Beispiel der Einführung des Sklavenhalndelverbotes wird einen Button-up-Verlauf erläutert und anhand der Entwicklung des japanischen Nationalismus ist für einen Top-Down-Verlauf exemplarisch. Funktionen, Mechanismen und Bedingungen werden damit diskutiert und in einer Struktur dargestellt.

Rituale – Entstehung, Funktionen und Emotionen
Daniel Dick

Rituale bestimmen einen Großteil unseres Lebens. Sei es ein Konzert, eine Hochzeit, eine Lehrlingsprüfung oder die Angelobung einer Regierung. Auch wenn sie inhaltlich sehr unterschiedlich sind haben sie einige Gemeinsamkeiten. Rituale verändern durch ihre Beschaffenheit nicht nur unseren Bewusstseinszustand, sondern führen uns in ein „Wir“-Gefühl, in dem Gleichheit herrscht. Nach einem Ritual wird eine neue Phase eingeleitet, so dass beispielsweise aus einem ledigen Menschen ein verheirateter Mensch wird. Außerdem transportieren Rituale gemeinsam geteilte Ideale, die ebenso als Ideologien verstanden werden können. Wie Rituale zusammengesetzt sind, welche Funktionen sie für ein Individuum und für ein „Wir“ haben wird aufgezeigt und in Verbindung mit der Bewusstseinsforschung gebracht.

 

26.04. Vom veränderten zum liminalen Bewusstsein - Trance, Techno und Musik

Das ‚rationale Ich-Bewusstsein‘ systemtheoretisch verstehen – und wieder loswerden
Manfred de Pari

Das rationale ‚Ich‘-Bewusstsein erscheint für sich selbst und auch in der Wissenschaft zunächst als ‚normales Bewusstsein‘. Es wird insbesondere in der psychologischen Forschung, durch dort häufig eingesetzte Methoden, aktiv hergestellt. Dadurch wird die Erforschung anderer Formen des Bewusstseins, die etwa bei Ekstase-, Meditations-, und Substanzkonsumpraktiken häufig entstehen, erschwert. Um Forschung und Kommunikation bezüglich dieser ‚nicht-rationalen‘ Formen des Bewusstseins zu begünstigen habe ich das systemtheoretische Modell des ‚liminalen Bewusstseins‘ entworfen. Als ‚liminal‘ bezeichne ich jene Formen des Bewusstseins, welche die Reproduktion festgelegter Strukturen, etwa einer ‚Ich‘-Identität, zunehmend unterlassen. Je weniger sich das Bewusstsein an solchen Strukturen orientiert, desto mehr nähert es sich dem Grenzwert seiner Selbstherstellung an. Erfahrungen von Auflösung, Verschmelzung und dergleichen bis hin zu Gefühlen von Einheit mit Allem und Nichts sind also keineswegs etwas ‚Abweichendes‘ oder ‚Unerwartetes‘. Nach der Theorie des ‚liminalen Bewusstseins‘ handelt es sich dabei vielmehr um logisch abzuleitende und zu erwartende Bewusstseinsphänomene.

„Funktionelle Trancen” induziert durch loopbasierte elektronische Musik wie Techno und Trance
Stefan M. Oertl

Dargestellt werden mentale und körperliche Effekte sowie der praktische Nutzen von funktionellen Trancen, die durch Musik induziert werden können. Neurologisch-physiologische Messungen sowie  qualitative Analysen sind aktuelle Ergebnisse einer Forschungsgruppe der SFU.
Darüber hinaus wird ein Ausblick auf die Syntax und Muster gegeben werden, bei denen eine hochdosierte Wirkung von loopbasierter Musik möglich ist, wie sie beim Techno und Trance gegeben sein kann.

 

31.05. Schamanische Tradition und buddhistische Meditation - Vom „Ursprung“ zur Gegenwart:

Schamanismus, Spiritualität und Imagination: Entstehung und Wirkung
Sabrina Chetouani

Dieser Beitrag setzt sich mit den Themen Schamanismus, Spiritualität und Imagination auseinander und zeigt die Entstehung der Begriffe, die wissenschaftliche Auseinandersetzung sowie deren Zusammenhänge. Schamanismus ist ein komplexes soziales Phänomen, welches verschiedene (kulturelle) Vorstellungen über Leben und Tod (Kosmovision) und Vorstellungen über die Entstehung des Universums (Kosmogenese) beinhaltet und welches die wissenschaftliche Auseinandersetzung und die Frage nach universalen Ansätzen wachsen ließ. Das Thema Imagination ist relevant und spielt nicht nur innerhalb des Schamanismus eine große Rolle. Der Beitrag zeigt auch die Entwicklung in der Auseinandersetzung von Wissenschaft und Schamanismus und kann, kritisch betrachtet, als Spiegel des westlichen Denkens gesehen werden. Außerdem werden die sogenannte zeitgenössische Spiritualität sowie neo-schamanische Entwicklungen betrachtet. Hier wird auf die Tendenz, innerhalb säkularisierter Kulturen eingegangen, dass zunehmend der Zugang zu schamanischen Sichtweisen gesucht wird.

Bewusstseinskonzepte der Buddhistischen Traditionen und deren wissenschaftliche Erforschung
Dennis Johnson

Dieser Abend widmet sich der möglichen Bedeutung der überlieferten buddhistischen Traditionen sowie deren wissenschaftliche Erforschung für eine transkulturelle Bewusstseinsforschung.
Einführend soll zunächst die westliche Rezeption dieser Traditionen unter dem Begriff "Buddhismus" in der Gesellschaft und Wissenschaft der Moderne kritisch dargestellt und das Konzept der Transkulturalität erörtert werden. Der inhaltliche Schwerpunkt des Abends liegt dann in einem selektiven Überblick über unterschiedliche Bewusstseinskonzepte und verwandte Themen in den buddhistischen Traditionen. Dabei wird sowohl auf deren ursprünglichen Kontext innerhalb des buddhistischen Erlösungswegs als auch auf deren historischen und kulturellen Kontext eingegangen werden.
Abschließend soll anhand einiger rezenter wissenschaftlicher Studien auf den transdisziplinären Forschungsbereich "Contemplative Science" verwiesen werden, in dem Bemühungen um eine aktive Zusammenarbeit von kontemplativer Praxis und wissenschaftlicher Forschung stattfinden.

 

06.06. Dimensionen und Karten des Bewusstseins

Die Synthese des phänomenologischen Bewusstseins
Daniel Dick

Der Beitrag über "eine Synthese verschiedener Konzepte auf das Bewusstsein und seine Korrelationen zu Zeit / Raum und Subjektivität / Objektivität" beschäftigt sich mit verschiedenen Bewusstseinskonzepte der Psychologie, Philosophie, Neurologie, Religionen und Anthropologie. All diese verschiedenen Konzepte werden in einem holographischen Symbol kombiniert. Aufgrund der Erkenntnisse der ForscherInnen der verschiedenen Felder, werden Korrelationen zu Zeit/Raum und Subjektivität/Objektivität deutlich. Die Betrachtung der Konzepte basiert auf einem phänomenologischen Ansatz und der Annahme, dass, wenn außergewöhnliche Erfahrungen bewusst sind, diese Erfahrungen in einer holistischen Bewusstseinsmodell enthalten sein müssen.

Modelle des Bewusstseins im Vergleich
Rudolf Kapellner

In der Vorlesung „Grundlagen… “ sowie „Ringvorlesung“ wurden von R. Kapellner und D. Dick mehrere interdisziplinäre Landkarten für Bewusstseinsräume und –dimensionen vorgestellt, die an diesem Abend diskutiert, verglichen und integriert werden. Folgende Modelle werden von R. Kapellner vorgestellt und behandelt: A. Dittrich: Ätiologie unabhängige Strukturen von Bewusstseinszuständen, „Dimensionen des Bewusstseins“ nach G. Guttmann und D. Leopold, Integrationsmodell von R. Kapellner aus „Die Anthropologischen Räume“, „Das Religiöse in den Kulturen…“, „Evolution der Werte“, „Technologie und Bewusstsein“, „Stufen des Lernens“ u.a. und das Gesamtkonzept: „Die fünf Stufen der Bewusstseinsforschung“.

 

14.06. An den Grenzen des Bewusstseins

Wissenschaft und Wunschdenken - Parapsychologie und die Frage nach einem Leben nach dem Tod
Peter Mulacz

In diesem Vortrag werden die impliziten Grundannahmen einer nachtodlichen Existenz analysiert und Phänomene wie Todesnäheerfahrungen, mediale Kundgaben und Reinkarnationserinnerungen vor der Folie der experimentellen Parapsychologie auf ihre argumentative Tragfähigkeit hin befragt. Gleichzeitig werden Überlegungen zum Begriff der Wissenschaft an sich und zu deren Grenzen angestellt.

Remote Viewing – Fernwahrnehmung
Peter Mulacz

Unter Remote Viewing (RV) versteht man eine spezifische Form von Hellsehen (Clairvoyance, Telästhesie), gekennzeichnet durch das schrittweise Abarbeiten eines bestimmten Versuchsprotokolls. Hellsehen ist jene Form der Außersinnlichen Erfahrung (Außersinnlichen Wahrnehmung), die sich auf objektive Sachverhalte bezieht (im Gegensatz zur Telepathie, die sich auf psychische Inhalte [bewusster oder unbewusster Natur] anderer Menschen bezieht).

Während Hellsehen – räumliches ebenso wie zeitlichen (Präkognition) – seit der Antike berichtet wird und insbesondere seit dem Aufkommen des (künstlichen) Somnambulismus Ende des 18. Jhdts. und in der Psychologie der Romantik im ersten Drittel des 19. Jhdts. große Beachtung gefunden hat, ist RV eine Entwicklung der militärischen Auftragsforschung der USA – am bekanntesten das DIA-finanzierte Projekt „Stargate“ – aus dem letzten Drittel des 20. Jhdts., die sich mittlerweile in verschiedene Richtungen (z.B. „Controlled RV“, „Technical RV“, „Associative RV“, etc.) aufgespalten hat.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Parapsychologie und der Bewusstseinsforschung
Rudolf Kapellner

In diesem Beitrag werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Parapsychologie und Bewusstseinsforschung, sowie Bewusstseinsmodelle und zentrale Positionen beider Zugänge diskutiert.

 

 

Personen:

Daniel Dick MA ist Kultur- und Sozialanthropologe und erforscht seit Jahren Religion und das Bewusstsein. Im speziellen behandelt er Wissenschaftstheorie, Ritualforschung, Ideologie und Spiritualität. Eine Kombination aus verschiedenen Erfahrungen und einem kritischen Geist lässt ihn immer wieder auf einem Grat wandern, auf dem die Wissenschaft und die Esoterik nicht gerne gehen. Hinter den meisten seiner Bemühungen stehen die Fragen: Was ist und wie funktioniert Wissen? und Was ist und wie funktioniert Gesundheit für ein Individuum und für ein ökologisches Kollektiv?

Dennis Johnson, Mag., hat an der Universität Wien Tibetologie und Buddhismuskunde studiert und einen Lehrgang in Library and Information Studies abgeschlossen. Er arbeitet derzeit als Bibliothekar, Übersetzer und Lektor und absolviert berufsbegleitend das psychotherapeutische Propädeutikum. Seine Hauptforschungsinteressen liegen in den verschiedenen Zugängen zu den Forschungsbereichen der Contemplative Studies und der Transpersonalen Psychologie und der Frage wie ein breiteres öffentliches Bewusstsein für  zeitgenössische Entwicklungen, Einsichten und Anwendungen geschaffen werden kann. Derzeit ist er in Oxford am Centre for mindfulness an Studien beteiligt.

Felix Vymazal Bsc, hat folgende Erfahrungen: ein Philosophiestudium ohne Abschluss, Bsc Psychologie, Ausbildung in klinischer Hypnose (MEG Tübingen), Systemischer Therapeut (i.A. im 4. Jahr) SySt-Institut München und ist gerade im Bereich Deradikalisierungsarbeit und Geburtsvorbereitung tätig.

Krisitian Strassa, ist Philosoph.

Manfred De Pari, Mag., absolvierte das Diplomstudium Psychologie an der Universität Wien mit den Schwerpunkten Kulturpsychologie, Systemtheorie, Klinische- und Gesundheitspsychologie und Psychotherapie. Seit seiner Jugend beschäftigt er sich intensiv mit diversen Ekstase- sowie Meditationspraktiken. Um sich ebensolchen Praktiken wissenschaftlich und transdisziplinär anzunähern hat er das systemtheoretische Modell des ‚liminalen Bewusstseins‘ entworfen.

Mathias Funk, MSc BA, absolvierte Studien der Volkswirtschaft und Philosophie, mit Schwerpunktsetzungen auf angewandte Makroökonomie und Subjekttheorien. Zurzeit im juristischen Bereich tätig. Laufendes Studium der Rechtswissenschaften.

Peter Mulacz, Prof., Wien; Studium von Biologie, Psychologie und Philosophie an der Universität Wien, Studienaufenthalt am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene im Freiburg i. Br.; Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften <http://parapsychchologie.as.at/>, Österreich-Repräsentant der Parapsychological Association http://parapsych.org/ und der Parapsychology Foundation <http://parapsychology.org/; zahlreiche Publikationen in einschlägigen wissenschaftlichen Zeitschriften und Büchern, Herausgeber der Buchreihe „Wissenschaft kritisch hinterfragt – Naturphilosphische Kontroversen (Vorauer Symposien)“.

Rudolf Kapellner, Dr. hat ein interdisziplinäres Studium der Philosophie, Psychologie, Pädagogik, Physiologie und Elektronik in Wien abgeschlossen und 1983 dissertiert. Er war an der Tu Wien, Univ, Klinik psychiatrie, Univ. Wien, sowie an diversen ausländisches Univ. wissenschaftlich tätig und hat mehrere große interdisziplinäre und internationale Forschungsprojekte zu Gehirn- und Bewusstseinsforschung geleitet. Er eröffnete das Forschungs-, Lehr- und Trainingsinstitut (Focus Wien) sowie ein Beratungsunternehmen und war an der Gründung sowie beim Aufbau von vier Akademien und Privatuniversitäten beteiligt. International war er als Berater bei großen Unternehmen und als Coach von Vorständen bezüglich Zukunftsstrategien und –Entwicklung tätig. 2015 Gründete er die Akademie für Bewusstseinsforschung, in welcher er seine Schwerpunkte in „Grundlagen & Wissenschaftstheorie“ sowie „Technologie und Ökonomie“ setzt. Sein Lebensthema ist „Bewusstsein für Bewusstsein“.

Sabrina Chetouani, Mag. Phil., ist Kultur- und Sozialanthropologin mit dem Hauptforschungsschwerpunkt Schamanismus und ethnologische Religions- und Bewusstseinsforschung. Momentan schreibt sie an Ihrer Dissertation, welche die Rolle des Schamanismus in aktuellen politischen Ereignissen herausarbeitet. Sie steht kurz vor der Publikation ihres ersten Sachbuches, welches den sogenannten blauen Schamanismus, eine neo-schamanische Strömung, die ausgehend von Mexiko in Europa zu finden ist, beleuchtet.

Simon Cremer BA studiert Globalgeschichte und Globalstudies im Master, nachdem er den Bachelor in Geschichte abgeschlossen hat. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf der Atlantischen Welt und dem Austausch zwischen den jeweiligen Kontinenten. Außerdem studiert er am Vienna Music Institute Jazz Gitarre.

Stefan M. Oertl, DI Dr.rer. nat., istComputerwissenschaftler, Komponist und Psychologe, Geschäftsführer und Forschungsleiter bei Re-Compose GmbH sowie Lehrbeauftragter an der Sigmund Freud Privatuniversität.

 
 

 

LVA-Typ: 
Vorlesung
ID: 
10
Anmeldung: 
Keine Anmeldung
Lecturer: 
laufend: 
nein